Die jungen Leute sind nicht dumm

Am 19. März 2021 führte „Fridays for Future“ dezentrale Klima-Aktionen durch. Die jungen Leute sind nicht dumm.  Und sie achten angesichts von Corona sehr auf Abstand und Masken.

FFF-Aktion zum Klimawandel. Innenstadt. Foto (c) Hafenstaedter
FFF-Aktion zum Klimawandel. Grafitto „Klimaschutz heißt Antikapitalismus!“ in Neudorf. Foto (c) Hafenstaedter

Coronazeit: Rheinpark „Moria evakuieren“

„#LEAVENOONEBEHIND – Moria evakuieren“. Transparent, Rheinpark, Hochfeld, 8.4.2020. Foto: (c) Hafenstaedter

Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos findet eine humanitäre Katastrophe statt, und die EU-Länder weigern sich zu helfen.

„Ärzte ohne Grenzen fordert angesichts der Coronavirus-Pandemie eine sofortige Evakuierung des Lagers und eine dezentrale Verteilung der Menschen. In dem Lager kommt ein Wasserhahn auf 1300 Personen, Seife zum Händewaschen ist nicht erhältlich und es gibt keine Möglichkeit räumliche Distanz zu wahren. Ein Ausbruch der Krankheit in dem Lager wäre nicht mehr einzuhegen.“ (Wikipedia)

An verschiedenen Stellen in Duisburg wird trotz Versammlungsverbot und Ausgangsbeschränkung die Forderung aufgestellt, den Geflüchteten zu helfen.

 

Coronazeit: „Helden“

„Helden des Alltags…“ Banner, Neudorf, Sternbuschweg, 3.4.2020. Foto (c) Hafenstaedter

Vor den Edeka-Fressnapf-DM Läden am Sternbuschweg/Koloniestraße hängt ein riesiges Banner: „Helden des Alltags – an der Kasse, in der Klinik und anderswo. Danke für euren Einsatz“.

Helden! Die Helden sind jetzt sicher stolz wie Otto und verzichten freiwillig auf Gesundheitsschutz und Lohnzuschlag. Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.

Wurde das Banner von Linken oder von Rechten aufgehängt? „Kolleginnen und Kollegen, wir solidarisieren uns mit Euren Forderungen…“ wäre eine linke Parole.

Coronazeit: „Alles wird gut“

Seit März 2020 leben wir auch in der Hafenstadt in der Coronazeit. Trotz Quarantäne und Notstand, trotz der vielen freiwilligen und der vielen erzwungenen Einschränkungen ist die Hafenstadt nicht tot. Unter der gefrorenen Oberfläche regt sich was. Es gibt die guten Menschen und leider auch die Bekloppten. Es lohnt sich das zu dokumentieren. Deshalb wird das Hafenstadt-Blog reaktiviert.

„Alles wird gut!“ Pappschild in den Rheinwiesen in Reinhausen, 8.4.2020. Foto (c) Hafenstaedter

Düstere Zeiten soll man nicht noch mehr verdüstern. Deshalb setze ich an den Anfang ein „Alles wird gut!“, das jemand auf einem Pappschild an einer einsamen Stelle in den Rheinwiesen aufgestellt hat.

Nazis nicht willkommen

Am ersten Mai wollen Nazis der Vereinigung „Die Rechte“ in Wanheimerort demonstrieren. Sie sind hier nicht willkommen.

 

S-Bahnhof Schlenk. Graffiti „1 Mai nazifrei !!!“ und „FCK NZS“. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Treffpunkt der Nazis ist der romantische S-Bahnhof „Schlenk“ in Wanheimerort.

 

Zum Lith, Wanheimerort. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Auf der Straße Im Schlenk hing die Vereinigung „Die Rechte“ Plakate zur Europawahl auf, die man nur als Ankündigung verstehen kann, Demokraten an der Laterne aufzuhängen. Außerdem: Werbung für die Spitzenkandidatin, einer inhaftierten  Nationalsozialistin und antisemitischen Holocaustleugnerin.

 

Fahrplanaushang Im Schlenk. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG): „Demonstrative Aktionen am Mittwoch, 1. Mai, von ca. 12.00 bis 22.00 Uhr.“

Die DVG fährt die Haltestellen in der Nähe der Demonstrationsroute der Nazis nicht an. Straßenbahnen fahren nicht, Busse werden umgeleitet.

 

Absolutes Halteverbot in der Fliederstaße. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Auf der Fliederstraße und der Eschenstraße, die parallel verlaufen und die Rheintörchenstraße mit der Kulturstraße verbinden, herrscht am 1. Mai ab 10 Uhr absolutes Halteverbot.

 

Blick Richtung Hochfeld. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Ziel des Nazi-Umzugs soll der Bahnhof Hochfeld-Süd sein, ca. einen Kilometer entfernt vom Stadtteil Hochfeld.

Erster Mai 2019 in Duisburg

Dieser Blogeintrag wird laufend ergänzt.

Die Nazi-Truppe „Die Rechte“ hat einen provokativen Aufmarsch am 1. Mai 2019 in Duisburg-Wanheimerort angekündigt.

Graffito Böninger Park, Hochfeld: „053 Nazifrei. Fuck Cops. Fuck Nazis“. April 2019, Foto (c) Hafenstaedter.

 

14h Treffpunkt der Nazis S-Bahnhof Schlenk, Wanheimerort. Beabsichtigt ist ein Zug durch Wanheimerort, voraussichtlich zum Bahnhof Hochfeld-Süd.

Der Stadtteil Wanheimerort soll nach den Plänen der Polizei fast komplett abgeriegelt werden. Es ist zu befürchten, dass das Demonstrationsrecht der Gegendemonstranten stark eingeschränkt wird.

Das Recht der Nazis auf Verbreitung von Antisemitismus und Rassismus steht in Duisburg höher als das Demonstrationsrecht der Demokraten und die Interessen der Wanheimerorter.

 

Verschiedene Initiativen, u.a. Riseup und Duisburg stellt sich quer kündigten an, in Wanheimerort gegen die Nazis zu protestieren und sie gegebenenfalls zu blockieren.

 

Angekündigte Treffpunkte und Aktionen:

 

10 bis 18h: Das Kulturzentrum „47“ lädt ein zu einem  interkulturellen Frühstück auf dem Dellplatz.
https://www.facebook.com/events/2338295153119764/

 

ab ca. 13h: Mahnwache der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) in Wanheimerort vor der Fischerstr. 103 im Gedenken an die in den ersten Februartagen und am 2. Mai 1933 von den Nazis ermordeten Wanheimerorter und Hochfelder. Dazu gehören Katharine Sennholz, Wilhelmine Struth, Michael Rodenstock und Kurt Loer. Gedacht wird auch der auf dem Waldfriedhof beigesetzten Zwangsarbeiter und Kinder.
https://www.facebook.com/VvnBdaKreisDuisburg/posts/2126997587377547

 

ab 12h: Das Bündnis Duisburg stellt sich quer ruft auf zu einer Gegenkundgebung in Wanheimerort, Düsseldorferstraße, Ecke Fischerstraße in Duisburg- Wanheimerort.
https://www.facebook.com/Duisburg-stellt-sich-quer-611875952230130/

 

11.30h: Treffpunkt des Riseup-Bündnisses auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs Duisburg. Es soll gemeinsame Anreisen aus Dortmund, Bonn, Bochum, Köln, Hagen, Krefeld, Oberhausen, Gelsenkirchen, Essen, Witten, Düsseldorf, Koblenz und anderen Städten geben. Details finden Sie bei Riseup.

ab 11h: Kundgebung in Wanheimerort, Düsseldorfer Straße, Ecke Wacholderstraße.

ab 14.30h: („nach den Blockaden“) Hochfeld Pauluskirche. Riseup Kundgebung und Demonstration Richtung Stadtmitte/Hauptbahnhof unter dem Motto „1. Mai – Tag der Solidarität“.
https://twitter.com/riseupduisburg
https://www.facebook.com/RiseUp-Duisburg-288154011868911/

Auf Facebook verlinkte Riseup-Aktionskarte: https://we.tl/t-G0SaQCbtn4.

 

13-18h: Duispunkt+Wir organisiert eine Kultur-Demo der Freien Kulturszene auf dem Hochfelder Markt. Es werden noch Helferinnen und Helfer gesucht, die ab 10h beim Aufbau mit anpacken.
https://www.facebook.com/pages/category/Community/Duispunkt-798112923626076/

Duispunkt+Wir  benennt zusätzlich zwei Mahnwachen:
13.45 – 15.15h am Parkplatz des Waldfriedhofs, Düsseldorfer Str. und
15.15 – 16.30h am Bahnhof Hochfeld-Süd vor McFit.

„Die Rechte“ soll gegen 16 Uhr am Bahnhof Hochfeld-Süd eintreffen. Erfahrungsgemäß kann sich das erheblich verzögern. Da die Entfernung vom Hochfelder Markt nur etwa 1.100 Meter beträgt, wollen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kulturdemo die Mahnwache unterstützen, sobald die Nazis sich nähern.

 

Eine mir unbekannte anonyme Gruppe rief zunächst für 17h zu einer eigenen „revolutionären 1. Mai Demo“ auf.
https://erstermaiduisburg.wordpress.com/
Auf Facebook heißt es nun:
„Die revolutionäre 1. Mai Demo beginnt nach den Protesten gegen den Nazi-Aufmarsch um 16:30 Uhr am Bahnhof Hochfeld Süd. Die revolutionäre 1. Mai Demo wird sich danach der Demo „1. Mai Tag der Solidarität“ solidarisch anschließen.“
https://www.facebook.com/oatduisburg/photos/a.261658971219223/329363247782128/

 

Im Böninger Park in Hochfeld/Dellviertel und auf dem Michaelsplatz (Markt) in Wanheimerort finden öffentliche Maifeste statt.

 

Das Twitter Hashtag für den Tag ist #du0105.

 

Stand der Informationen: 24.5.2019, ergänzt 25.5.2019, 26.5.2019, 27.5.2019, 29.4.2019 und 30.4.2019.

Unsere Wahl

Transparent „Unsere Wahl: Eine Welt ohne Grenzen“. Tunnel Karl-Lehr-Straße, 21.9.2017. (c) Hafenstaedter

Unbekannte haben am Eingang zum düsteren Tunnel Karl-Lehr-Straße („Todestunnel“, im Hintergrund der Eingang zur Gedenkstätte Loveparade) ein freundliches Plakat angebracht. „Unsere Wahl: Eine Welt ohne Grenzen“.

Schade, dass keine der am Sonntag zur Wahl stehenden Parteien diese Forderung unterstützt. Nein, auch die Linkspartei nicht, zumindest, wenn die Spitzenkandidatin was zu sagen hat.

Spaziergang auf der Autobahn

Die Infrastrukturapokalypse hat auch ihre schönen Seiten. Seit dem zweiten August kann man in der Todeszone auf der A40 über dem Rhein gemütlich spazierengehen.

Rheinbrücke A40 – Im Zentrum des Hurrikans herrscht Stille

Die Autobahnbrücke zwischen Neuenkamp und Essenberg wurde plötzlich und ohne Vorwarnung gesperrt. Grund ist ein 70 cm langer Riss in der Aufhängung der tragenden Stahlseile. Die Brücke sei der starken Belastung durch den Verkehr nicht mehr gewachsen, sie werde von dreimal soviel Fahrzeugen genutzt als ursprünglich angenommen. Das klingt plausibel. Es grenzte allerdings an ein Wunder, wenn in Duisburg nicht auch Pfusch am Bau und mangelnde Wartung im Spiel wären.

Jetzt staut sich der Verkehr auf den übrigen – ebenfalls maroden – Brücken, LKWs verstopfen die Stadt, der Nahverkehr ist fast zusammengebrochen, die Feuerwehr richtete eine Notwache auf der linken Rheinseite ein, da ihre Einsatzfahrzeuge im Stau steckenbleiben.

Doch im Zentrum des Hurrikans herrscht Stille. Wo sonst Tag und Nacht der Verkehr braust, kann man entspannt flanieren. Nur wer den Höllenlärm an diesem Ort kennt, weiß diese Stille zu schätzen. In der Mitte des Stroms hört man sogar die Schafe, die auf den Deichwiesen grasen. Diese Schafe hatten einen Tag zuvor auf der Autobahn zu Fuß den Rhein überquert (die Rheinische Post berichtete darüber).

Rheinbrücke A40 – Die kühne Architektur der 1970er Jahre
Rheinbrücke A40 – Die kühne Architektur der 1970er Jahre
Rheinbrücke A40 – Die kühne Architektur der 1970er Jahre

Die kühne Architektur der 1970er Jahre kann man nun endlich aus der Nähe bewundern.

Rheinbrücke A40 – Biotop auf dem Mittelstreifen

Der Mittelstreifen ist sonst nur unter Lebensgefahr zu betreten und durch eine Luke zu einem Gang unter der Fahrbahn zugänglich. Unter widrigen Umständen hat sich auf dem nackten Metall ein Biotop herausgebildet. Flechten und Mose bilden die Grundlage für sukkulentenartige Pflanzen. Sie stehen gerade in Blüte.

Rheinbrücke A40 – Hochfelder Pilz-Graffito

Hochfelds berühmte Pilz-Graffiti sind auch hier präsent.

Rheinbrücke A40 – Radarfalle – Von mutmaßlichen FDP-Anhängern zerstört?

Die Radarfalle, die auf der Brücke Tempo 100 erzwingen soll, wurde von mutmaßlichen FDP-Anhängern zerstört: Freie Fahrt für freie Bürger.

Rheinbrücke A40 – Sie schwebt?

Aber tue ich dieser Partei jetzt Unrecht? Thomas Wolters, der Duisburger OB-Kandidat der FDP, forderte sogar eine Entschleunigung. Er will die Brücke provisorisch durch eine Fähre ersetzen (siehe Artikel in der WAZ).

Vielleicht sollte man diesen konstruktiven Vorschlag aufnehmen und als nachhaltiges politikfähiges Exzellenz-Konzept konsequent weiterentwickeln: Die gesamte A40 wird auf Dauer ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger freigegeben.

 

Fotos bitte anklicken für eine vergrößerte Ansicht. Wie immer: Copyright Hafenstaedter.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner