Wochen gegen Rassismus

Im Rahmen der Wochen gegen Rassismus findet im Innenhafen auf dem Gelände gegenüber der Synagoge eine Freiluft-Ausstellung mit etwa einem Dutzend verschiedenen Beiträgen statt.

Ausstellung „Wochen gegen Rassismus“. Duisburger Straßennamen mit Kolonialvergangenheit. Foto (c) Hafenstaedter
Ausstellung „Wochen gegen Rassismus“. „Jeder Jeck is anders“. Foto (c) Hafenstaedter
Ausstellung „Wochen gegen Rassismus“. Zettekles-Wand. Foto (c) Hafenstaedter
Ausstellung „Wochen gegen Rassismus“. SchülerInnen des Mannesmann-Gymnasiums forschen zur Kolonialgeschichte und fordern die Umbenennung belasteter Straßennamen. Foto (c) Hafenstaedter

Die jungen Leute sind nicht dumm

Am 19. März 2021 führte „Fridays for Future“ dezentrale Klima-Aktionen durch. Die jungen Leute sind nicht dumm.  Und sie achten angesichts von Corona sehr auf Abstand und Masken.

FFF-Aktion zum Klimawandel. Innenstadt. Foto (c) Hafenstaedter
FFF-Aktion zum Klimawandel. Grafitto „Klimaschutz heißt Antikapitalismus!“ in Neudorf. Foto (c) Hafenstaedter

Protest gegen Hausräumungen

Eines der geräumten Häuser auf der Gravelottestraße. März 2021. Foto (c) Hafenstaedter

Am 4. März war es wieder einmal so weit. Ein „Task-Force“ genanntes Überfallkommando rückte in Hochfeld auf der Gravelottestraße ein und erklärte drei Häuser für unbewohnbar, die auf ihrer Schwarzen Liste standen. Die Bewohnerinnen und Bewohner mussten innerhalb von drei Stunden ihre Wohnungen verlassen, ohne dass adäquater Ersatzwohnraum zur Verfügung gestellt wurde.

Vorwand war, wie schon bei etlichen früheren Aktionen, angebliche Gefahr im Verzuge wegen mangelndem Brandschutz. Dies ist unglaubwürdig. Solche Aktionen werden langfristig vorbereitet und es besteht jeweils keine Chance, Brandschutzmängel zu beseitigen.

Eigentlich wäre der Vermieter in der Verantwortung, und den Bewohnern müssten auf dessen Kosten zumindest gleichwertige Ersatzwohnungen im Stadtteil zur Verfügung gestellt werden. Stattdessen finden brutale Räumungsaktionen statt.

Die Betroffenen sind in der Regel sehr arm, zum Teil kommen sie aus Rumänien oder Bulgarien. Stadt und Vermieter können sich ziemlich sicher sein, dass sich die Opfer nicht vor Gericht wehren werden.

Eine solche Vertreibungsaktion ist schon unter normalen Umständen vollkommen inakzeptabel. Unter Corona-Bedingungen ist sie ein Verbrechen. Die Opfer sind zum größten Teil bei Freunden und Verwandten untergekommen und müssen jetzt auf engstem Raum zusammenleben.

Kundgebung in Hochfeld vor den geräumten Häusern auf der Gravelottestraße. März 2021. Foto (c) Hafenstaeder

Immerhin wurde die jüngste Räumungsaktion in Hochfeld nicht wie sonst stumm hingenommen. Am 7. und am 14. März gab es Protestkundgebungen und Demonstrationen in Hochfeld, die von linken antirassistischen Aktivistinnen und Aktivisten organisiert waren und an denen Bewohnerinnen und Bewohner der Häuser teilnahmen und selbst zu Wort kamen.

Corona-Tote sichtbar machen

Corona-Tote sichtbar machen, Duisburg, März 2021. Foto (c) Hafenstaedter

Nach über einem Jahr Corona spricht kaum jemand über die Opfer. Nach Weihnachten starben allein in Deutschland Tag für Tag über 1.000 Menschen. Darüber wurde kaum berichtet. Das Leid der Sterbenden und der Angehörigen, die Schrecken der schwer Erkrankten und die vielen langfristigen, z.T. vielleicht unheilbaren Long-Covid-Erkrankungen kamen in der Öffentlichkeit, wenn überhaupt, dann nur am Rande vor.

In Duisburg gibt es wie in etlichen anderen Städten eine Initiative, die die Covid-Toten öffentlich machen will. Sie trifft sich sonntag-nachmittags am Livesaver-Brunnen in der Innenstadt und hinterlässt Blumen und Schilder.

Die Zahl der Corona-Toten in Duisburg ist inzwischen auf 532 gestiegen.

Loveparade-Verfahren eingestellt

Am 24. Juli 2010 starben in Duisburg 21 Menschen. Heute wurde das Loveparade-Verfahren endgültig eingestellt. Niemand wurde verurteilt. Die Verantwortlichen in der Firma des Veranstalters, in der Duisburger Stadtverwaltung, in der Polizei und in der damaligen Landesregierung saßen erst gar nicht auf der Anklagebank. Sie würden es wieder tun.

Die kritische Reflektion in Form einer Wandzeitung, die im Juli 2010 von Unbekannten am Tatort aufgehängt wurde und die hier im Blog dokumentiert wurde, hat sich bewahrheitet.

Foto Copyright Hafenstaedter
30. Juli 2010, Tunnel Karl Lehr Straße

Handgemaltes Plakat im Tunnel Karl Lehr Straße wenige Tage nach der Katastrophe:

Die Menschen aus Mülheim an der Ruhr trauern mit den Angehörigen und Freunden der 20 Opfer. Den Verletzten wünschen wir eine rasche Genesung und viel Kraft für die Verarbeitung der grausamen Erlebnisse vom 24. Juli 2010. Wir im Revier stehen unserer Nachbarstadt Duisburg in diesen schweren Stunden und Tagen freundschaftlich und mitfühlend zur Seite!

Die Loveparade ist am Ende

„Endlich“ haben sie ihr Ziel erreicht! Zuerst wurde die schmuddelige Loveparade aus der Hauptstadt verbannt, dann an einen gewissenlosen Investor verscherbelt und schlussendlich mit inkompetenten Politikern an die Wand gefahren. Große Leistung! Das konservative Bürgertum hat die Subkultur, aus der die Loveparade entstanden ist, zu keiner Zeit akzeptieren geschweige denn verstehen wollen. Sie haben immer nur die Drogen und den Müll gesehen und den Sinn der Loveparade ins Lächerliche gezogen.

Eure elitäre Kultur ist keinen Cent mehr wert!!! – Nur verlogener.

Nicht die Loveparade-Teilnehmer sind für diese vorhersehbare Katastrophe verantwortlich, sondern die feinen Herren der herrschenden Klasse!

Niemand

Niemand wird für den Tod von 20 Menschen die Verantwortung übernehmen. Niemand wird für seine tödlichen Fehler auf der Anklagebank Platz nehmen müssen. Niemand wird von dieser gesteuerten Justiz ein Gerichtsurteil zu erwarten haben. Oder glaubt noch irgendjemand auf dieser Welt an Anstand und Gerechtigkeit? Nein? Also niemand!

 

 

Coronazeit: Rheinpark „Moria evakuieren“

„#LEAVENOONEBEHIND – Moria evakuieren“. Transparent, Rheinpark, Hochfeld, 8.4.2020. Foto: (c) Hafenstaedter

Im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos findet eine humanitäre Katastrophe statt, und die EU-Länder weigern sich zu helfen.

„Ärzte ohne Grenzen fordert angesichts der Coronavirus-Pandemie eine sofortige Evakuierung des Lagers und eine dezentrale Verteilung der Menschen. In dem Lager kommt ein Wasserhahn auf 1300 Personen, Seife zum Händewaschen ist nicht erhältlich und es gibt keine Möglichkeit räumliche Distanz zu wahren. Ein Ausbruch der Krankheit in dem Lager wäre nicht mehr einzuhegen.“ (Wikipedia)

An verschiedenen Stellen in Duisburg wird trotz Versammlungsverbot und Ausgangsbeschränkung die Forderung aufgestellt, den Geflüchteten zu helfen.

 

Coronazeit: „Helden“

„Helden des Alltags…“ Banner, Neudorf, Sternbuschweg, 3.4.2020. Foto (c) Hafenstaedter

Vor den Edeka-Fressnapf-DM Läden am Sternbuschweg/Koloniestraße hängt ein riesiges Banner: „Helden des Alltags – an der Kasse, in der Klinik und anderswo. Danke für euren Einsatz“.

Helden! Die Helden sind jetzt sicher stolz wie Otto und verzichten freiwillig auf Gesundheitsschutz und Lohnzuschlag. Unglücklich das Land, das Helden nötig hat.

Wurde das Banner von Linken oder von Rechten aufgehängt? „Kolleginnen und Kollegen, wir solidarisieren uns mit Euren Forderungen…“ wäre eine linke Parole.

Coronazeit: „Alles wird gut“

Seit März 2020 leben wir auch in der Hafenstadt in der Coronazeit. Trotz Quarantäne und Notstand, trotz der vielen freiwilligen und der vielen erzwungenen Einschränkungen ist die Hafenstadt nicht tot. Unter der gefrorenen Oberfläche regt sich was. Es gibt die guten Menschen und leider auch die Bekloppten. Es lohnt sich das zu dokumentieren. Deshalb wird das Hafenstadt-Blog reaktiviert.

„Alles wird gut!“ Pappschild in den Rheinwiesen in Reinhausen, 8.4.2020. Foto (c) Hafenstaedter

Düstere Zeiten soll man nicht noch mehr verdüstern. Deshalb setze ich an den Anfang ein „Alles wird gut!“, das jemand auf einem Pappschild an einer einsamen Stelle in den Rheinwiesen aufgestellt hat.