Hafenstadt gegen Nazis

Impressionen vom Protest der Hafenstadt gegen den Nazi-Aufmarsch der Vereinigung „Die Rechte“ am ersten Mai 2019 in Wanheimerort.

Zwei Wasserwerfer, Düsseldorfer Straße, 1.5.2019, Foto (c) Hafenstaedter

Die Duisburger Polizei tat alles, um den  Nazis einen reibungslosen Marsch zu gewährleisten. Wenn Nazis die Zerschlagung der Gewerkschaften und die Nazimorde von 1933 feiern, sind die Demokraten Störer, die mit Wasserwerfern in Schach gehalten werden müssen.

Mahnwache der VVN-BdA, Fischerstraße, 1.5.2019, , Foto (c) Hafenstaedter

Eine Mahnwache der Duisburger Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN-BdA) erinnerte an die von den Nazis ermordeten Wanheimerorterinnen und Wanheimerorter aus den Jahren 1932 und 1933 und an die ermordeten Gewerkschafter vom 2. Mai 1933.

Mahnwache Düsseldorfer / Wacholder Straße, 1.5.2019 , Foto (c) Hafenstaedter

Eine Mahnwache von Riseup an der Düsseldorfer Straße, Ecke Wacholderstraße, erinnerte u.a. an die Brandstiftung am 26. August 1984, bei der sieben Menschen um’s Leben kamen.

Hochfelder Markt, 1..5.2019, Duispunkt+Wir, Foto (c) Hafenstaedter.

Auf dem Hochfelder Markt veranstaltete Duisburg+Wir ein attraktives Kulturprogramm. Auf dem Foto sieht man den Auftritt des Jungen Ensembles Ruhr.

Bitte beachten Sie auch den Bericht auf Amore e rabbia: Wir sind mehr.

Abschleppwagen Düsseldorfer / Kulturstraße, 1.5.2019, Foto (c) Hafenstaedter.

Die Polizei räumte die geplante Demonstrationsroute der Nazis auf der Fliederstraße und der Eschenstraße von parkenden PKW, sehr zum Unwillen der genötigten Anwohnerinnen und Anwohner. Alle Durchgangsstraßen und die Straßenbahnlinien in Wanheimerort waren von der Polizei gesperrt.

Drohkulisse, Düsseldorfer / Kulturstraße, 1.5.2019, Foto (c) Hafenstaedter.

Die ca. 700 Teilnehmer des Riseup Protestes wurden schon seit ihrer Ankunft am Hauptbahnhof auf dem ganzen Weg nach Wanheimerort durch unverhältnismäßige polizeiliche Maßnahmen schikaniert. Hier sieht man einen  Wasserwerfer und eine Hundertschaft behelmter und vermummter Polizisten, die eine Drohkulisse schaffen sollten. Die zumeist jungen Demonstrantinnen und Demonstranten reagierten erstaunlich ruhig und gelassen und ließen sich nicht provozieren.

Anett Selle streamt live, Düsseldorfer / Kulturstraße, 1.5.2019, Foto (c) Hafenstaedter.

Die taz-Journalistin Anett Selle berichtete wieder einmal unermüdlich per Livestream von den Gegenprotesten. Vielen Dank dafür!

Bahnhof Hochfeld Süd, 1.5.2019, Foto (c) Hafenstaedter.

Auch bei der Abreise am Bahnhof Hochfeld Süd zeigten mehrere hundert Gegendemonstantinnen und -demonstanten den Nazis lautstark, dass sie in der Hafenstadt unerwünscht sind. Auch hier wieder die Drohung der Polizei mit Wasserwerfer und zahlreichen Behelmten gegen den friedlichen, demokratischen Protest.

Die offene NS-Verherrlichung und den Antisemitismus der von der Polizei geschützten Nazis dokumentiert ein Video des Jüdischen Forums (JFDA): „Wir sind damals wie heute Hitler-Leute“ – Antisemitische Tiraden bei Neonazidemo in Duisburg.

In einem der eingesetzten Fahrzeuge der Duisburger Polizei hatten Beamte einen Aufkleber der rassistischen „Identitären Bewegung“ angebracht. Dies wurde von Gegendemonstranten dokumentiert und führte zu einem kleinen Skandal, der eine Hausdurchsuchung in der Duisburger Polizeikaserne auslöste. Die Öffentlichkeit kann aber beruhigt sein. Der Aufkleber wurde inzwischen aus dem Fahrzeug entfernt.

Nazis nicht willkommen

Am ersten Mai wollen Nazis der Vereinigung „Die Rechte“ in Wanheimerort demonstrieren. Sie sind hier nicht willkommen.

 

S-Bahnhof Schlenk. Graffiti „1 Mai nazifrei !!!“ und „FCK NZS“. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Treffpunkt der Nazis ist der romantische S-Bahnhof „Schlenk“ in Wanheimerort.

 

Zum Lith, Wanheimerort. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Auf der Straße Im Schlenk hing die Vereinigung „Die Rechte“ Plakate zur Europawahl auf, die man nur als Ankündigung verstehen kann, Demokraten an der Laterne aufzuhängen. Außerdem: Werbung für die Spitzenkandidatin, einer inhaftierten  Nationalsozialistin und antisemitischen Holocaustleugnerin.

 

Fahrplanaushang Im Schlenk. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG): „Demonstrative Aktionen am Mittwoch, 1. Mai, von ca. 12.00 bis 22.00 Uhr.“

Die DVG fährt die Haltestellen in der Nähe der Demonstrationsroute der Nazis nicht an. Straßenbahnen fahren nicht, Busse werden umgeleitet.

 

Absolutes Halteverbot in der Fliederstaße. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Auf der Fliederstraße und der Eschenstraße, die parallel verlaufen und die Rheintörchenstraße mit der Kulturstraße verbinden, herrscht am 1. Mai ab 10 Uhr absolutes Halteverbot.

 

Blick Richtung Hochfeld. Foto 28.4.2019 (c) Hafenstaedter.

Ziel des Nazi-Umzugs soll der Bahnhof Hochfeld-Süd sein, ca. einen Kilometer entfernt vom Stadtteil Hochfeld.

Erster Mai 2019 in Duisburg

Dieser Blogeintrag wird laufend ergänzt.

Die Nazi-Truppe „Die Rechte“ hat einen provokativen Aufmarsch am 1. Mai 2019 in Duisburg-Wanheimerort angekündigt.

Graffito Böninger Park, Hochfeld: „053 Nazifrei. Fuck Cops. Fuck Nazis“. April 2019, Foto (c) Hafenstaedter.

 

14h Treffpunkt der Nazis S-Bahnhof Schlenk, Wanheimerort. Beabsichtigt ist ein Zug durch Wanheimerort, voraussichtlich zum Bahnhof Hochfeld-Süd.

Der Stadtteil Wanheimerort soll nach den Plänen der Polizei fast komplett abgeriegelt werden. Es ist zu befürchten, dass das Demonstrationsrecht der Gegendemonstranten stark eingeschränkt wird.

Das Recht der Nazis auf Verbreitung von Antisemitismus und Rassismus steht in Duisburg höher als das Demonstrationsrecht der Demokraten und die Interessen der Wanheimerorter.

 

Verschiedene Initiativen, u.a. Riseup und Duisburg stellt sich quer kündigten an, in Wanheimerort gegen die Nazis zu protestieren und sie gegebenenfalls zu blockieren.

 

Angekündigte Treffpunkte und Aktionen:

 

10 bis 18h: Das Kulturzentrum „47“ lädt ein zu einem  interkulturellen Frühstück auf dem Dellplatz.
https://www.facebook.com/events/2338295153119764/

 

ab ca. 13h: Mahnwache der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen (VVN-BdA) in Wanheimerort vor der Fischerstr. 103 im Gedenken an die in den ersten Februartagen und am 2. Mai 1933 von den Nazis ermordeten Wanheimerorter und Hochfelder. Dazu gehören Katharine Sennholz, Wilhelmine Struth, Michael Rodenstock und Kurt Loer. Gedacht wird auch der auf dem Waldfriedhof beigesetzten Zwangsarbeiter und Kinder.
https://www.facebook.com/VvnBdaKreisDuisburg/posts/2126997587377547

 

ab 12h: Das Bündnis Duisburg stellt sich quer ruft auf zu einer Gegenkundgebung in Wanheimerort, Düsseldorferstraße, Ecke Fischerstraße in Duisburg- Wanheimerort.
https://www.facebook.com/Duisburg-stellt-sich-quer-611875952230130/

 

11.30h: Treffpunkt des Riseup-Bündnisses auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs Duisburg. Es soll gemeinsame Anreisen aus Dortmund, Bonn, Bochum, Köln, Hagen, Krefeld, Oberhausen, Gelsenkirchen, Essen, Witten, Düsseldorf, Koblenz und anderen Städten geben. Details finden Sie bei Riseup.

ab 11h: Kundgebung in Wanheimerort, Düsseldorfer Straße, Ecke Wacholderstraße.

ab 14.30h: („nach den Blockaden“) Hochfeld Pauluskirche. Riseup Kundgebung und Demonstration Richtung Stadtmitte/Hauptbahnhof unter dem Motto „1. Mai – Tag der Solidarität“.
https://twitter.com/riseupduisburg
https://www.facebook.com/RiseUp-Duisburg-288154011868911/

Auf Facebook verlinkte Riseup-Aktionskarte: https://we.tl/t-G0SaQCbtn4.

 

13-18h: Duispunkt+Wir organisiert eine Kultur-Demo der Freien Kulturszene auf dem Hochfelder Markt. Es werden noch Helferinnen und Helfer gesucht, die ab 10h beim Aufbau mit anpacken.
https://www.facebook.com/pages/category/Community/Duispunkt-798112923626076/

Duispunkt+Wir  benennt zusätzlich zwei Mahnwachen:
13.45 – 15.15h am Parkplatz des Waldfriedhofs, Düsseldorfer Str. und
15.15 – 16.30h am Bahnhof Hochfeld-Süd vor McFit.

„Die Rechte“ soll gegen 16 Uhr am Bahnhof Hochfeld-Süd eintreffen. Erfahrungsgemäß kann sich das erheblich verzögern. Da die Entfernung vom Hochfelder Markt nur etwa 1.100 Meter beträgt, wollen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kulturdemo die Mahnwache unterstützen, sobald die Nazis sich nähern.

 

Eine mir unbekannte anonyme Gruppe rief zunächst für 17h zu einer eigenen „revolutionären 1. Mai Demo“ auf.
https://erstermaiduisburg.wordpress.com/
Auf Facebook heißt es nun:
„Die revolutionäre 1. Mai Demo beginnt nach den Protesten gegen den Nazi-Aufmarsch um 16:30 Uhr am Bahnhof Hochfeld Süd. Die revolutionäre 1. Mai Demo wird sich danach der Demo „1. Mai Tag der Solidarität“ solidarisch anschließen.“
https://www.facebook.com/oatduisburg/photos/a.261658971219223/329363247782128/

 

Im Böninger Park in Hochfeld/Dellviertel und auf dem Michaelsplatz (Markt) in Wanheimerort finden öffentliche Maifeste statt.

 

Das Twitter Hashtag für den Tag ist #du0105.

 

Stand der Informationen: 24.5.2019, ergänzt 25.5.2019, 26.5.2019, 27.5.2019, 29.4.2019 und 30.4.2019.

Weiter geht’s!

Nach längerer Pause wird das Hafenstadt-Blog fortgeführt. Jetzt unter der neuen Domain hafenstadt.eu. Das kann man sich auch viel einfacher merken. Sagen Sie es weiter!

Auf Facebook und Instagram werden sie von uns auch weiterhin allenfalls nur Werbung für dieses Blog finden.

Hochfeld Wanheimer Straße – Februar 2019. (c) Hafenstaedter

Herzliche Grüße aus Hochfeld, einem der ganz wenigen urbanen Stadtteile der Hafenstadt. Hier gibt es viel weniger fiese Menschen als anderswo, denn die trauen sich nicht, hier aus ihrem Auto auszusteigen. Unser schlechter Ruf hebt die Lebensqualität im Viertel mindestens um ein Viertel.

Unsere Wahl

Transparent „Unsere Wahl: Eine Welt ohne Grenzen“. Tunnel Karl-Lehr-Straße, 21.9.2017. (c) Hafenstaedter

Unbekannte haben am Eingang zum düsteren Tunnel Karl-Lehr-Straße („Todestunnel“, im Hintergrund der Eingang zur Gedenkstätte Loveparade) ein freundliches Plakat angebracht. „Unsere Wahl: Eine Welt ohne Grenzen“.

Schade, dass keine der am Sonntag zur Wahl stehenden Parteien diese Forderung unterstützt. Nein, auch die Linkspartei nicht, zumindest, wenn die Spitzenkandidatin was zu sagen hat.

Stimmen Sie mit Ja, um Nein zu sagen

Parallel zur Bundestagswahl am 24. September soll über einen Bürgerentscheid zur Zukunft des Bahngeländes am Hauptbahnhof entschieden werden. Der Duisburger Einzelhandel will verhindern, dass nach der nie errichteten „Duisburger Freiheit“ und dem nie errichteten Möbelhaus nun mehr oder weniger windige Investoren die Gelegenheit bekommen, ein nie zu errichtendes Outletcenter zu bauen. (Nähere Informationen finden Sie unter Ja zu Duisburg.)

Ich werde mit Ja stimmen, wenn auch aus anderen Gründen. Der Natur sollte Gelegenheit gegeben werden, sich den Raum mitten in der Hafenstadt weiter zurückzuerobern. Und die Halle dient sowieso bereits seit vielen Jahren als heimlicher Ersatz für das nicht vorhandene Jugendzentrum.

Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, September 2017. (c) Hafenstaedter

Klicken Sie auf Start, um Windows zu beenden.

Stimmen Sie mit Ja, um Nein zum Outletcenter zu sagen.

Güterabfertigung Juli 2017

Aus gegebenem Anlass weitere Fotos vom schützenswerten Gewächshaus-Biotop im Herzen der Hafenstadt. Sie entstanden im Juli 2017.

Für eine größere Darstellung bitte auf das jeweilige Bild klicken. Bitte beachten Sie das Copyright.

Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Juli 2017. (c) Hafenstaedter

Güterabfertigung Dezember 2016

Aus gegebenem Anlass hier noch einige Fotos vom schützenswerten Gewächshaus-Biotop im Herzen der Hafenstadt. Sie entstanden im Dezember 2016.

Für eine größere Darstellung bitte auf das jeweilige Bild klicken. Bitte beachten Sie das Copyright.

Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter

Diese (ursprünglich dreistellige) Zahl ist eine Hinterlassenschaft der Loveparade-Katastrophe. Solche Schilder waren rund um die Halle angebracht, damit man bei einem Notruf den Rettern seine Position mitteilen kann – bei durch Überlastung ausgefallenem Handynetz.

Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter
Güterabfertigungshalle am Duisburger Hauptbahnhof, Dezember 2016. (c) Hafenstaedter

Spaziergang auf der Autobahn

Die Infrastrukturapokalypse hat auch ihre schönen Seiten. Seit dem zweiten August kann man in der Todeszone auf der A40 über dem Rhein gemütlich spazierengehen.

Rheinbrücke A40 – Im Zentrum des Hurrikans herrscht Stille

Die Autobahnbrücke zwischen Neuenkamp und Essenberg wurde plötzlich und ohne Vorwarnung gesperrt. Grund ist ein 70 cm langer Riss in der Aufhängung der tragenden Stahlseile. Die Brücke sei der starken Belastung durch den Verkehr nicht mehr gewachsen, sie werde von dreimal soviel Fahrzeugen genutzt als ursprünglich angenommen. Das klingt plausibel. Es grenzte allerdings an ein Wunder, wenn in Duisburg nicht auch Pfusch am Bau und mangelnde Wartung im Spiel wären.

Jetzt staut sich der Verkehr auf den übrigen – ebenfalls maroden – Brücken, LKWs verstopfen die Stadt, der Nahverkehr ist fast zusammengebrochen, die Feuerwehr richtete eine Notwache auf der linken Rheinseite ein, da ihre Einsatzfahrzeuge im Stau steckenbleiben.

Doch im Zentrum des Hurrikans herrscht Stille. Wo sonst Tag und Nacht der Verkehr braust, kann man entspannt flanieren. Nur wer den Höllenlärm an diesem Ort kennt, weiß diese Stille zu schätzen. In der Mitte des Stroms hört man sogar die Schafe, die auf den Deichwiesen grasen. Diese Schafe hatten einen Tag zuvor auf der Autobahn zu Fuß den Rhein überquert (die Rheinische Post berichtete darüber).

Rheinbrücke A40 – Die kühne Architektur der 1970er Jahre
Rheinbrücke A40 – Die kühne Architektur der 1970er Jahre
Rheinbrücke A40 – Die kühne Architektur der 1970er Jahre

Die kühne Architektur der 1970er Jahre kann man nun endlich aus der Nähe bewundern.

Rheinbrücke A40 – Biotop auf dem Mittelstreifen

Der Mittelstreifen ist sonst nur unter Lebensgefahr zu betreten und durch eine Luke zu einem Gang unter der Fahrbahn zugänglich. Unter widrigen Umständen hat sich auf dem nackten Metall ein Biotop herausgebildet. Flechten und Mose bilden die Grundlage für sukkulentenartige Pflanzen. Sie stehen gerade in Blüte.

Rheinbrücke A40 – Hochfelder Pilz-Graffito

Hochfelds berühmte Pilz-Graffiti sind auch hier präsent.

Rheinbrücke A40 – Radarfalle – Von mutmaßlichen FDP-Anhängern zerstört?

Die Radarfalle, die auf der Brücke Tempo 100 erzwingen soll, wurde von mutmaßlichen FDP-Anhängern zerstört: Freie Fahrt für freie Bürger.

Rheinbrücke A40 – Sie schwebt?

Aber tue ich dieser Partei jetzt Unrecht? Thomas Wolters, der Duisburger OB-Kandidat der FDP, forderte sogar eine Entschleunigung. Er will die Brücke provisorisch durch eine Fähre ersetzen (siehe Artikel in der WAZ).

Vielleicht sollte man diesen konstruktiven Vorschlag aufnehmen und als nachhaltiges politikfähiges Exzellenz-Konzept konsequent weiterentwickeln: Die gesamte A40 wird auf Dauer ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger freigegeben.

 

Fotos bitte anklicken für eine vergrößerte Ansicht. Wie immer: Copyright Hafenstaedter.