Zwischen Neuenkamp und Essenberg entsteht eine neue Rheinbrücke für die Autobahn A40.
Die alte Brücke aus den 1970er Jahren war dem stark zugenommenen LKW-Verkehr nicht mehr gewachsen. Im August 2017 musste sie plötzlich gesperrt werden. Vorübergehend gab es die Gelegenheit, als Fußgänger oder Radfahrer (und sogar als Schafherde) die Todeszone der Fahrbahnen zu benutzen und zu erkunden. Sie finden hier auf diesem Blog die Reportage von damals: Spaziergang auf der Autobahn.
Die Brücke wurde bald wieder genutzt. Der Verkehr wurde eingeschränkt, und ein Neubau wurde beschlossen. In unmittelbarer Nähe rheinaufwärts entstand ab 2019 die Hälfte der neuen Brücke. Seit ihrer Fertigstellung im November 2023 wird sie vorübergehend für beide Fahrtrichtungen genutzt. Danach wurde die alte Brücke abgerissen. An ihrer Stelle wird jetzt die zweite Hälfte der neuen Brücke errichtet, die mit der bereits genutzten Hälfte fast identisch ist. Eigentlich sollte der Bau noch in diesem Jahr fertig werden, das wurde inzwischen auf 2028 verschoben.
Auf acht Spuren soll sie den Verkehr der Zukunft tragen. Es ist die Rede von 80 bis 100 Jahren Nutzungszeit. Das war auch der alten Brücke prophezeit worden.
Es gäbe sicherlich viel zu kritisieren an der Ausrichtung auf LKW-Verkehr und an zunehmenden Transportvolumina. Trotzdem scheint mir erst einmal begrüßenswert, wenn endlich wieder, wenn auch nur notgedrungen, in die Verbesserung der Infrastruktur investiert wird.
Die riesige Baustelle ist imposant, und man hat hier auch als technischer Laie Einblick in die Konstruktion einer der größten Schrägseilbrücken Europas. Man kann mit ansehen, wie die Fahrbahnsegmente Schritt für Schritt über dem Rhein montiert und mit den tragenden Seilen verbunden werden, die ihrerseits wieder aus vielen kleineren Stahlseilen bestehen. Sie werden mit den 70 Meter hohen Pylonen verbunden.
Die ganze Konstruktion muß dauerhaft, stabil und flexibel zugleich sein und Verkehr, Temperaturschwankungen, Wind und Wetter aushalten können. Ich muss zugeben, dass mich die Möglichkeiten der modernen Technik faszinieren. Was wäre alles möglich, wenn das sinnvoll und menschenfreundlich eingesetzt würde! Aber ich bin ja ein weltfremder Spinner.
Immerhin: Auf beiden Seiten sollen Fuß- und Radwege entstehen, die durch hohe Lärmschutzwände von den Fahrbahnen abgeschirmt werden. Man darf gespannt sein, wie sich das am Ende anfühlen wird. Ich hatte ja während der Still-Leben-Sperrung im Kulturhauptstadtjahr 2010 dafür plädiert, die gesamte A40 ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger freizugeben. Hannelore Kraft hat damals aber leider nicht auf mich gehört.











































