Kategoriearchiv: sticker
Rätselhafter Foucault
„Das Problem liegt derzeit in dem großen Aufstieg der Normalisierungsanlagen: in der ungeheuren Ausweitung ihrer Machteffekte mit Hilfe neu eingesetzter Erkennungsmöglichkeiten.“ „What?“ „?“ „Foucault!“ „…Gesundheit!„
„Die Disziplin belohnt durch Beförderung, durch die Verleihung von Rängen und Plätzen; sie bestraft durch Zurücksetzungen.“ „What?“ „?“ „Foucault!“ „…Gesundheit!„
Vinyl

Graffito: „Gegen Volk und Nation! Für die soziale Revolution“. Stadtmitte 2017. Sprühschablone auf Vinyl-Langspielplatte an der Fassade eines Hochbunkers.

Graffito: „Gegen Volk und Nation! Für die soziale Revolution“. Stadtmitte 2017. Sprühschablone auf Vinyl-Langspielplatte an der Fassade eines Hochbunkers.
Jetzt bin auch ich überzeugt, dass Vinyl als Medium wieder ganz stark im Kommen ist.
Zoologisches: Antifa-Pinguine
Tag des Hundes
Die Brote Armee in Neudorf
Die Brote Arme ist offenbar heimlich in Neudorf einmarschiert. „Backöfen statt Krisenherde. Brote Armee“
Siehe auch: Hermann Josef Hack
Fälschung
„Hafenstadt. Duisburg regiert“. Man sieht es sofort, die Ersteller dieses Aufklebers haben nichts begriffen oder wollten nichts begreifen. Für sie ist „Hafenstadt“ die brutale Überhöhung von Duisburg. In Wirklichkeit sind Hafenstadt und Duisburg (dialektische) Gegensätze: Oberfläche und Untergrund, Krupp und Krause, Anpassung und Rebellion. Aber was soll man von rechtslastigen Fußballfans auch anderes erwarten, einer stolzen Generation, deren ganzer Stolz darin besteht, „Zick-Zack-Zigeunerpack“ zu grölen und jedem Prügel anzudrohen, der das nicht wie sie für unpolitisch hält.
Der Aufkleber „No Politics. Just MSV“ richtet sich nicht etwa gegen Rassismus und gegen die rechte Unterwanderung der Stadien. Die sind „normal“ und „unpolitisch“. Der Aufkleber richtet sich gegen Demokraten, Linke und Migranten, die nicht damit einverstanden sind. Die sollen eingeschüchtert und notfalls mit Gewalt verjagt werden. Ganz unpolitisch.
Mit der Hafenstadt hat das ganze jedenfalls nichts zu tun, und die Herrschaftens sollten ihr Fanzine schleunigst umbenennen.
Mindergiftig
Der weiße Wal
Ein Papiergraffito auf einem Stromkasten in Hochfeld. Man beachte die wunderschönen Tattoos des weißen Wales.
In der Hafenstadt ist die Erinnerung immer noch wach an den weißen Wal, der am 18. Mai 1966 plötzlich im Rhein auftauchte. Zoodirektor Wolfgang Gewalt jagte den Wal wochenlang vergeblich und wurde von den Hafenstaedtern als Kapitän Ahab verspottet. Am 16. Juni 1966 verließ der weiße Wal den (damals noch giftigen und stinkenden) Rhein siegreich in Richtung Nordsee.
Die Deutschen sind doof
Fast könnte man meinen, es gäbe etwas zu feiern. In den Medien und in Sonntagsredenveranstaltungen hört man derzeit viel über 20 Jahre Montagsdemonstrationen, „friedliche Revolution“ und Mauerfall. Die gewendeten Wendehälse dürfen mal wieder vor die Mikrofone und der Bundespräsident liest dazu vom Teleprompter. Wer 1989 tatsächlich für mehr Demokratie und einen besseren Sozialismus eintrat und die Kurve immer noch nicht gekriegt hat, gilt längst auch dem neuen Staat als gefährlicher Linksextremist. Auf der Gegenseite wurden „Informelle Mitarbeiter“ durch „Vertrauenspersonen“ abgelöst und viel Personal durch Technik ersetzt.
Hier, im tiefen Westen, wurden die Politiker-Versprechungen von damals wenigstens eingelöst. Wir haben blühende Landschaften bekommen: Wildkräuter gedeihen hervorragend auf den Industrie-Ruinen. Die Angleichung der Lebensumstände ist Realität: auf niedrigstem Niveau. Und keinem Reichen geht es heute schlechter, aber vielen besser.
Ein Leipziger auf Besuch behauptete kürzlich allen Ernstes, er bekomme in der Hafenstadt nostalgische Anwandlungen, denn früher habe es bei ihnen genau so ausgesehen. Vielleicht ist das ja eine künftige Einnahmequelle für die bankrotte Stadt: Touristenbusse aus dem Osten. Der Bus hält. Wohlstands-Ossis mit Fotoapparaten steigen aus. Die umstehenden Hafenstadtbewohner rufen im Chor: „Was hat man uns zwanzig Jahre lang belogen und betrogen!“
Durch Zufall stieß ich vor ein paar Tagen auf diesen 20 Jahre alten Flugzettel, ich habe ihn damals aufgehoben: „Die Deutschen sind doof! Deshalb: besser zweigeteilt!“ Ich erinnere mich, dass Duisburger Underground-Satiriker diese Zettel zur Zeit der Montagsdemonstrationen unter Scheibenwischer steckten, und es gab das Motiv auch als Plakat. Die Geschichte gab ihnen Recht.
Doch eine gute Satire wird nur von den Guten verstanden. Auf abenteuerlichen Wegen muss dann wohl Jahre später einer dieser Flugzettel auf dem Schreibtisch von Jürgen Elsässer gelandet sein, woraufhin – so sagt es jedenfalls die Legende – er beschloss, die „Antideutschen“ zu gründen. Und wie richtige Deutsche Linke so sind: sie machen aus jedem Witz gleich eine Weltanschauung. Jetzt haben wir den Schlamassel! Wenn man die Unterzeile weglässt, könnte man die Karikatur heute auch als Verspottung dieser „deutschesten aller Deutschen“ (Moshe Zuckermann) lesen.
Jürgen Elsässer hat seine Nase längst schon wieder in einem anderen Wind. Das heißt aber nicht, dass die Karikatur nicht auch auf ihn (und die – um im Jargon zu bleiben – von ihm zunehmend repräsentierten bestimmten Kräfte) zuträfe. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Beziehungsweise Blog-Eintrag.










