Im Schatten der riesigen Brückenbaustelle für die A40 in Essenberg steht ein Kriegsdenkmal, das scheinbar mit einer drohenden Geste die moderne Technik abwehren möchte.
Nach den durch dieses Denkmal gefeierten Kriegen gegen Dänemark, Österreich und Frankreich versuchte der preußische Staat tatsächlich zunächst einmal Brückenbauten über den Rhein zu verhindern oder zumindest stark einzuschränken. Was wäre, wenn nicht nur Personen und Waren leicht ans andere Ufer kommen, sondern auch der böse Erbfeind?
Als Symbol wählten die Essenberger Partioten die Figur der Germania mit gezücktem Schwert und großem Schild, das die Aufschrift trägt: „Ein deutsches Schwert beschützt den deutschen Rhein“.
Das Denkmal wurde 1887 eingeweiht und stand ursprünglich an der Hauptstraße. Der leere Platz heißt heute noch Denkmalsplatz.
Anfang der 1920er Jahre sorgten belgische Soldaten für Abrüstung und entfernten das Schwert.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde Germania ans Rheinufer versetzt. Und statt einem Schwert trug Germania nun einen Siegerkranz. Der kam irgendwann abhanden und sie drohte nur noch mit der Faust.
Bis dann 2004 ein Heimatverein die Wiederaufrüstung beschloss.
Einige Zeit später, vielleicht 2009, ging das Schwert wieder verloren. Mutmaßlich haben es Altmetall-Sammler mitgehen lassen.
Etwa 2012 erhielt Germania dann ein klobiges extra-breites und extra-schweres Ersatzschwert.
Vielleicht war es zu schwer. 2013 brach es wieder ab.
Das neue Ersatz-Schwert hielt, dafür wurde der dünne Arm Germanias zum Gerippe.
Etwa 2015 bekam Germania einen neuen Arm spendiert, der aber immer noch zu dünn erscheint für den Schwertkampf gegen den Erbfeind.
2024 und auch heute noch sieht man Germania wieder unbewaffnet.
Gehören nationalistische Denkmäler in den öffentlichen Raum? Oder als historische Dokumente ins Museum? Kann man sie als Lernorte friedenspädagogischer Arbeit nutzen? Darüber streiten sich die Fachleute seit Jahrzehnten.
Stehen uns jetzt Zeiten bevor, in denen neue Denkmäler für neue Kriege werben?








