Seit 2015 geistern große Pläne durch Duisburger Gremien und Medien. Die Industrieflächen am Rheinpark in Hochfeld wurden verfügbar. Und statt den Park zu erweitern, soll ein neues Leuchtturm-Projekt entstehen:
Der „RheinOrt“.
Ein neues Stadtviertel mit Büroflächen und Wohnungen für Besserverdienende in Rheinufernähe soll den Park und die Uferpromenade vom Stadtteil Hochfeld abtrennen.
Die großen Pläne kommen und gehen, wie so oft in Duisburg. Mit Buzzwords gespickte Zukunftsvisionen werden lauthals verkündet und verschwinden wieder in den Schubladen. Mal war die Rede von fast verkauften Eigentumswohnungen in Millionenhöhe. Die darauf folgende Stille dauerte jahrelang.
Die Sanierung des Baugrundstücks zieht sich inzwischen über mehr als ein Jahrzehnt hin. Reicht es aus, zwei Meter Erdreich über dem vergifteten Boden abzutragen?
Im Mai 2026 wurde verkündet, dass das Projekt nun wirklich ganz bestimmt angegangen wird. Ein großes Büro-Hochhaus mit sechzehn Stockwerken werde in der Nähe der Rheinbrücke entstehen als Landmarke für den neuen Stadtteil. Allerdings stieß man auf dem anvisierten Baugrundstück auf ein riesiges meterdickes Fundament aus dem 19. Jahrhundert, das in keinem Plan verzeichnet war. „Wir wissen nicht, wie groß es ist und was es damit auf sich hat“ sagte der Projektleiter hinter der Paywall der WAZ. Damit hat niemand rechnen können. Wo kommen wir denn hin, wenn man sich nicht einmal auf preußische Baupläne verlassen kann?
„Da haben wir Millionen verbaut und eher draufgezahlt“ zitiert die WAZ den nach wie vor begeisterten Projekltleiter hinter der Paywall. „Rheinort ist ein Wahnsinnsprojekt.“ Wo er recht hat, hat er recht.
Auch wenn hier also schon viele Millionen verbuddelt wurden, in Hochfeld gibt es die Hoffnung, dass der „RheinOrt“ nie Wirklichkeit werden wird.
Der um die neue Fläche erweiterte Rheinpark möge den Hochfelderinnen und Hochfeldern zugutekommen. Die Besservierdienenden aus Düsseldorf dürfen dann auch gerne einmal vorbeischauen.


