Im Sommer 2026 herrschte im Einzugsgebiet des Rheins eine lang andauernde Dürre. Die Folge war ein Rekord-Niedrigwasser. In Ruhrort wurden ca. 1,28 m gemessen, so niedrig wie niemals zuvor.
Der bisherige Allzeit-Rekord lag bei 1,53 m, gemessen am 23.10.2018. Das ist gerade einmal acht Jahre her, und in der Zwischenzeit gab es gleich mehrere Dürren, die aber nicht das Allzeittief unterschritten. Zwar erinnert man sich auch in der Vergangenheit an gelegentliche Dürrejahre, doch nicht in der Häufigkeit und Intensität, wie es jetzt der Fall ist. Ein Zusammenhang mit dem menschengemachten Klimawandel liegt nahe. Allerdings könnte der auch eine Zunahme des Niederschlags bewirken. Vielleicht erleben wir auch das noch in nächster Zeit in Form eines „Jahrhundert“-Hochwassers, denn der Klimawandel verstärkt die Extreme.

Blick von der Brücke der Solidarität Richtung Rheinpark und Eisenbahnbrücke. Foto Copyright Hafenstaedter.
Der Rhein ist zu einem schmalen Flüsschen zusammengeschrumpft. Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein harmloser Badesee mit Sandstrand. Das verleitet viele dazu, die tödliche Gefahr durch Strömung, steil abfallende Ufer und den Sog vorbeifahrender Schiffe zu unterschätzen. Ich habe dort schon ganze Familien mit Kindern plantschen gesehen. In Duisburg gibt es leider nur wenige Orte, an denen man kostenlos legal und ungefährdet schwimmen kann.
Die Stadt Duisburg hat ein Badeverbot für den Rhein ausgesprochen und Schilder aufgestellt. Die Wasserschutzpolizei fährt mit einem Bötchen den Fluss rauf und runter und verscheucht mit Lautsprecherdurchsagen die Badenden aus dem Wasser. Die Stadt setzt auf Verbote und Bußgelder. Alternativen sind rar, z.B. die begrenzte Freigabe des Innenhafens zum Baden.
Man hat derzeit die Gelegenheit, am Grund des Rheins spazieren zu gehen, man sieht Muscheln, Kormorane, Kanada-Gänse. Und die verdorrten Rheinwiesen. Die werden schnell wieder grün, wenn es endlich wieder regnet.
Die Chemie-Fabrik Sachtleben lässt weiter ihre Brühe in den Rhein.
Das lauwarme Wasser erscheint trotzdem glasklar, und ich bin mir nicht sicher, ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist. Im Vergleich zum stinkenden, giftigen Rhein der 1970er Jahre ist das auf jeden Fall ein Fortschritt.
Tote Fische habe ich dieses mal nicht gesehen (oder gerochen), dafür gab es aber etliche Angler, die hier ihr Glück versuchten.

















